Eine Bienen-Piñata oder Piñata-Biene

Letztes Jahr zu Francescas Geburtstag (ja, das ist schon wieder fast ein Jahr her) hatte meine liebe Tochter (und meine Frau noch dazu) die Idee, dass wir – inspiriert durch irgendwelche Fernsehsendungen – eine Piñata bauen. Zusammen mit Francesca wurde dann festgelegt, dass es eine Biene sein sollte. Die Piñata-Biene sollte dann bei ihrer Geburtstagsfeier von ihr und ihren Gästen ‘zerstört’ werden.

Hier eine kleine Anleitung, wie man das ganze selbst machen kann.

Vorbereitungen

Nudelsieb mit Zeitungspapierschnipseln
Zeitungsschnipsel

Marianne kaufte dann die nötigen Sachen im Bastelladen. Wenn ich mich recht erinnere waren das:

  • Luftballons (normal geformt)
  • Bastelkrepp in schwarz und gelb
  • einmal schwarz-gelb gedrehte Pfeifenreiniger (Fühler und Füße)
  • Seidenpapier (für die Flügel)
  • Blumendraht (für die Flügel)
Kleister in einer Schüssel
Mehl-Wasser-Kleister

Weiterhin braucht man Zeitungspapier. Im nachhinein ist mir dann aufgefallen, dass es recht günstig ist, zwei verschiedenfarbige Zeitungen zu nehmen, weil man sonst schnell die Übersicht verliert, wo man bereits die nächste Lage gekleistert hat.

Als Kleister hatten wir die irgendwo in die Tiefen des Internets eine Mischung aus Mehl und Wasser gefunden. Es gibt auch eine Variante, die zusätzlich mit Tapetenkleister funktioniert. Aber wider Erwarten war der Mehl-Wasser-Bams echt stabil hinterher.

HINWEIS: Es handelt sich bei den Bildern hier meist um Schnappschüsse mit der Kamera meines Handys. Die Qualität ist also nicht unbedingt die beste.

Schritt 1 (Form kreieren)

Kleben der Luftballons
Die Urbiene

Man puste zwei Luftballons auf. Den einen, der später der Kopf werden soll, läßt man ein wenig kleiner als den Körper. Es muss halt proportional passen. Dann fixiert man das ganze mit ein wenig (oder auch ein wenig mehr) Tesa-Film oder irgendwelchen anderen Klebestreifen. Der Kopf sollte ziemlich gut fixiert sein, ohne dass die Form des späteren Halses irgendwie seltsam aussieht.

Für den Stachel am Ende habe ich ein Stück Pappe zu einem “Hut” verdreht und festgeklebt. Dann am offenen Ende mehrmals eingeschnitten und nach außen geknickt, sodass man die Spitze am Ende des Luftballons besser festkleben kann.

Falls man es noch nicht gemacht hat, sollte man spätestens jetzt das Zeitungspapier in Streifen (3×10 cm) reißen. Den Kleister erst kurz vor dem benutzen anrühren, sonst wird er vielleicht fest, bevor er zum Einsatz kommt.

Schritt 2 (Das Bekleistern)

mit Zeitungspapier beklebte Luftballons
die bekleisterte Urbiene

Dann kommt das Bekleistern des Rohlings. Wir haben probiert, die Sache mit zwei Leuten zu bewerkstelligen. Eine schlechte Idee. Man hat den anderen immer irgendwie behindert. Also besser alleine kleben und von irgendwem die Zeitungsschnipsel kleistern lassen – oder zumindest (wenn sie noch trocken sind) so hinlegen lassen, dass man sie einfach greifen kann, denn irgendwann sind die Hände so verschmiert, dass man nicht mehr in die Zeitungsschnipsel greifen kann, ohne dass die ganze Hand voll Schnipsel klebt.

Schnipsel nehmen, in den Kleister tunken und an einer Stelle beginnend die Form mit einer Lage Zeitung vollständig bekleben. Die Schnipsel dabei leicht überlappen lassen. Dann sollte man, wenn möglich eine andersfarbige Zeitung nehmen – die “Financial Times Deutschland” ist z.B. gelb. das ist ein guter Kontrast zum Beigeton des normalen Zeitungspapiers – und noch eine Lage kleben. usw.

Im nassen Zustand erliegt man dem Eindruck, dass es niemals stabil sein kann. Wir haben, glaube ich fünf oder sechs Lagen geklebt. Das war so stabil, dass die siebenjährigen Mädchen echt ihre Probleme hatten, die Piñata kaputt zu machen. Ich denke, dass vier Lagen durchaus reichen. Man sollte vielleicht die Stellen, an denen später die Stricke durchgezogen werden sollen, ein wenig verstärken, damit diese nicht ausreißen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der Übergang zwischen den beiden Luftballons, was mal der Hals werden soll. Hier ruhig auch ein wenig mehr kleistern.

Schritt 3 (Warten)

Der Rohling brauch mehrere Tage, bis das ganze Wasser soweit verschwunden ist, dass das Pappmaché eine stabile Form ergibt. Also rechtzeitig anfangen (etwa eine Woche Vorlauf vor dem “Event” sollte man einplanen).

Wir haben die Biene auf zwei Teller gelegt, damit nichts festklebt. Ab und an mal ein wenig gedreht, da die Unterseite immer am längsten nass ist, weil das Wasser nach unten läuft.

Schritt 4 (Bekleben, Gestalten)

Pinata mit Krepppapier bekleben
Pinata mit Krepp bekleben
Bekleben des Halses der Pinata-Biene
Kleben am Hals

Wenn die Piñata soweit getrocknet ist, dass sie beim draufklopfen (überall) robust und hohl klingt, kann man weiter machen.

Das Krepppapier war bei uns aufgerollt. Ich habe dann gleich von der Rolle ca. 5 cm breite Stücke abgeschnitten und diese dann streifenweise zum bekleben genommen.

Ich habe beim Stachel angefangen und mich über den Körper zum Kopf vorgearbeitet. Zum befestigen hatten wir eine “Flinke Flasche” von UHU. Ist glaube ich die beste Alternative. Pritt-Stifte eignen sich nach meinem Dafürhalten nicht. Mit der Flasche kann man den Kleber schön großzügig auf den Körper verteilen und dann die Kreppstreifen darauf festmachen.

nur ein kleines Stück am Kopf ist unbeklebt
Fast fertig

Damit die Biene wie eine Biene aussieht, die Kreppstreifen abwechselnd aufkleben. Den Kopf habe ich dann komplett gelb gemacht. Gestreift hätte ein wenig blöd ausgesehen. Das kann aber jeder für sich entscheiden.

Schritt 5 (Die Flügel)

Die Bienenflügel
Die Flügel

Die Flügel sind eine Sache für sich. Ich möchte behaupten, dass das auf meinem Mist gewachsen ist, kann aber nicht ausschließen, dass ich durch irgendwelche Bastelsendungen à la “Finger Tipps” oder “Art Attack” irgendwie inspiriert wurde.

Marianne wußte lange nicht, was ich mit dem Seidenpapier und dem Blumendraht anstellen wollte.

Ich habe pro Flügel ungefähr zwei Meter Blumendraht abgerollt und diesen doppelt ineinander verdreht, dass es eine einigermaßen stabile Form wurde.

Aus dem Seidenpapier habe ich dann zwei möglichst gleiche Flügel-Formen ausgeschnitten. Diese sollte größer sein als das Drahtgestell (ich hatte so ca. 2-3 cm Luft gelassen). Die Ränder rund herum habe ich dann eingeschnitten und mit dem eingeschnittenen den Draht eingeschlagen und natürlich festgeklebt. Ich habe UHU genommen, geht aber sicherlich auch mit Tesa.

Die Drahtenden (zusammengedreht) kann man dazu nehmen, um die Flügel am Körper zu befestigen. Loch in den Körper, Draht durch und von inne festkleben.

Schritt 6 (Die letzten Feinheiten)

Die letzten paar Sachen
gefüllte Pinata

Zum Schluß muss oben noch ein Loch in den Körper. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Luftballon im Inneren den Geist aufgibt. Ich habe mit einer spitzen Schere (Nagelschere) kurz reingepiekst, dann kam die Luft raus. Dann konnte man ganz einfach die Form schneiden.

Für Aufhängstricke, Fühler und Beine müssen dann ebenfalls noch Löcher her. Hier sind Kinderhände von Nutzen, wenn der Hals so eng ist, dass eine Erwachsenenhand nicht durchpasst. ;)=
Die Aufhängestricke hatten wir nur verknotet. Das erwies sich aber als kleine Schwachstelle. Vielleicht besser mit einer Unterlegscheibe oder großen Mutter von der Innenseite fixieren.

Die Augen und den Mund habe ich mit Edding auf einen Rest des Seidenpapiers aufgemalt, ausgeschnitten und aufgeklebt.

Ganz am Schluß mit Süßigkeiten füllen. ACHTUNG, es wird ganz schön schwer.

die fertige Bienen-Pinata
Tadaaaa, fertig!
Hannah haut die Pinata mit einem Stock
Hannah haut die Pinata

Hier noch ein Bild, das unser Nachbar bei der Feier gemacht hat.

Fazit: Mit der Dicke der Pappwand hatte ich es wohl ein wenig übertrieben. Die Mädels brauchten ganz schön lange, um der Haut auch nur ein wenig Schaden zuzufügen. Vier sollten ausreichen – vielleicht dort, wo man die Aufhängung plant mehr.
Als Schlaginstrument sollte man vielleicht auch einen Besenstiel nehmen, da hier das Ende des Stocks eine höhere Geschwindigkeit erreicht.

Spaß gemacht hat es – mir beim Bauen und den Kindern beim kaputt machen. :)=

Viel Spaß beim nachbauen.

2 Comments

  1. Hallo, ich bin gerade dabei eine Pinataspinne zu bauen (allerdings weiss ich nicht, wo ich genau das Loch reinschneiden soll… Sie haben es ja oben gemacht, aber platzten denn die Süssigkeiten da auch richtig raus? Vielen Dank für die Tipps! Gruss Lara

  2. Hallo Lara,

    wo, wenn nicht oben, soll denn das Loch sonst rein? An allen anderen
    Stellen fallen die Sachen doch raus, ohne dass irgendwas passiert.
    Und rausfallen sollen die Sachen ja erst, wenn der Körper kaputt geht.

    Viele Grüße,
    Sven

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